...aktuelle News

(diese News sind meist von nur kurzer Dauer (Links im Internet etc.)


Sehr interessanter Beitrag über Selbstgenügsamkeit, Luxus, Weltreise, andere Kulturen, Minimalismus...

Im Gespräch | Beitrag vom 01.08.2016

Die Journalistin Meike Winnemuth

"Ich lasse systematisch Neues in mein Leben"

Meike Winnemuth im Gespräch mit Klaus Pokatzky

Beitrag hören (36:17 min.)
Meike Winnemuth, deutsche Journalistin und Buchautorin, aufgenommen am 19.01.2016 in Mainz beim "ZDF-Mittagsmagazin" (picture alliance / Erwin Elsner)
Auf ihrer Weltreise rührte Meike Winnemuth die halbe Million allerdings gar nicht an. (picture alliance / Erwin Elsner)

Ein halbe Million Euro war der Auslöser: Nach dem Gewinn bei einer TV-Show fühlte Meike Winnemuth sich frei genug, vieles auszuprobieren. Die Journalistin trug ein Jahr das gleiche Kleid, testete die Lebensqualität mit Hartz IV und ging auf Weltreise.

Mangelndes Draufgängertum kann man Meike Winnemuth wirklich nicht vorwerfen. Die Journalistin hat im Selbstversuch die Dienste eines Callboys in Anspruch genommen, ein Jahr lang das gleiche Kleid getragen und hat ausprobiert, wie schlecht es sich vom Hartz-IV-Regelsatz leben lässt. Für die große Freiheit brauchte aber auch Meike Winnemuth einen "goldenen Tritt in den Hintern", wie sie es nennt –und der kam in Form eines 500.000-Euro-Gewinns bei "Wer wird Millionär?".

 

Unfassbar viel Geld zur Beruhigung

Mit dem beruhigenden Gefühl, plötzlich unfassbar viel Geld zu haben, brach die Journalistin zu einer Weltreise auf. Ein Jahr lang lebte und arbeitete die heute Mitte 50-Jährige für jeweils einen Monat in einer anderen Stadt – von Sydney über Buenos Aires, Addis Abeba oder Honolulu – um am Ende ihrer Reise festzustellen, dass sie die Erfahrung auch ohne den Geldsegen hätte machen können: Die halbe Million hatte sie nicht angerührt.

Über ihre Vorliebe für Selbstversuche, ihre heimatliche Gefühle bei einer steifen Hamburger Brise und warum sie ihre 200-Quadratmeter-Altbauwohnung gegen ein kleines Einzimmerapartment getauscht hat, unterhält sich Klaus Pokatzky mit Meike Winnemuth.

 

Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/die-journalistin-meike-winnemuth-ich-lasse-systematisch.970.de.html?dram:article_id=361728



11. Literarischer Herbst: Kurt Flasch »Der Teufel und seine Engel«

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151011 Flasch

Der Teufel stammt nicht aus Europa, sondern aus dem Orient. Aber jahrhundertelang lag sein Schatten auf dem Kontinent und nahm von da aus den Weg in die neue Welt. Die
Europäer erlitten Satan (wie er auf hebräisch heißt), aber sie verwandelten ihn auch, veränderten den Teufel nach ihrem Bild und Gleichnis. Er nahm die Form an, die gebraucht oder gefürchtet wurde. Er wechselte sein Gesicht und passte sich den Europäern an, die ihn riefen.
Kurt Flasch erzählt in zwanzig Kapiteln die Geschichte des Teufels. Das Buch beschreibt die biblischen Anfänge und die Ausgestaltung der Satanologie durch die Kirchenväter und im Mittelalter, die verhängnisvolle Verbindung von Satan und Sexualität und von Teufelsglauben und Hexenwahn, es macht einen Besuch in der Hölle und widmet sich dem dortigen Personal, den Engeln des Bösen, aber es geht darüber hinaus bis in die Gegenwart.
Der Teufel hat sich gründlich in den Alltag der Menschen eingemischt, bis endlich im Zeitalter der Aufklärung seine Macht beschnitten wurde. Trotzdem reden heute evangelikale Kreise, fundamentalistische Gruppen und das Römische Lehramt wieder viel und realistisch von Satan. Papst Johannes Paul II. hat das von 1614 stammende Ritual der Teufelsaustreibung (Exorzismus) anno 1998 überarbeitet und erneuert.
Flaschs Sympathie gilt in einer großen Erzählung besonders jenen Denkern, die die Herrschaft des Teufels nicht bestärkt, sondern an seiner Entmachtung mitgewirkt haben


SWR2 Wissen: Aula Wacht endlich auf!

Die ausgeschlafene Gesellschaft

Von Peter Spork

Rund ein Viertel der Deutschen klagt über Schlafstörungen, Tendenz steigend. Unsere hektische Gesellschaft gönnt uns keine Ruhe und keinen erholsamen Schlaf, wir arbeiten permanent gegen die innere Uhr und damit gegen unsere Natur. Schon unsere Kinder werden in der Schule darauf getrimmt, ihr Schlafbedürfnis zu verleugnen. Peter Spork, Wissenschaftsjournalist und Buchautor, zeigt anhand neuer Erkenntnisse der Chronobiologie, warum das so nicht weitergehen darf.

Dr. Peter Spork, geb. 1965, studierte in Marburg und Hamburg Biologie, Anthropologie und Psychologie und promovierte im Bereich der Neurobiologie am Zoologischen Institut in Hamburg. Seit 1991 schreibt er populärwissenschaftliche Artikel für viele große deutschsprachige Zeitungen und Magazine, unter anderem für Die Zeit, Geo Wissen, Bild der Wissenschaft und die Süddeutsche Zeitung. Sein besonderes Interesse gilt der Molekulargenetik sowie der Schlaf- und Hirnforschung.


Internetseite: www.peter-spork.de


Bücher (Auswahl):
- Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft. Hanser, 2014.
- Der zweite Code. Epigenetik – oder wie wir unser Erbgut steuern können. Rowohlt, 2009.
- Das Schlafbuch. Warum wir schlafen und wie es uns am besten gelingt. Rowohlt, 2007.


Radio-Beitrag des Deutschlandfunks vom 18.07.2015 - Lebenszeit

Kreatives Potenzial

Vom Wert der Langeweile

Langeweile kennt jeder: Sie kann einhergehen mit Unruhe, Monotonie oder Lustlosigkeit.

Doch in der scheinbar vergeudeten Zeit steckt Potenzial: Langeweile bedeutet auch Freiraum,

Ruhe und Einkehr. Ist Langeweile gar eine Voraussetzung für Kreativität?

Eine Sendung von Sören Brinkmann und Bettina Schmieding (Mod.)

Ein Mädchen blickt versonnen in die Welt (imago / Westend61)
Ein Mädchen blickt versonnen in die Welt (imago / Westend61)

Link zum Beitrag des DLF: http://www.deutschlandfunk.de/kreatives-potenzial-vom-wert-der-langeweile.1176.de.html?dram:article_id=325582

 

mp3-Datei zum Nachhören (ca. 68 min.)

 

Gesprächsgäste:

  • Professor Joachim Bauer, Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut an der Uni-Klinik Freiburg, forscht u.a. zu den neurologischen Prozessen bei Langeweile und Müßiggang
  • Professor Rainer Zech, Soziologe und Geschäftsführer der ArtSet Forschung Bildung Beratung, berät Unternehmen dabei, das kreative Potenzial ihrer Mitarbeiter zu fördern
  • Horst Prenzel, Pfarrer im westfälischen Lünen, gibt u.a. Seminare zur Einkehr und Muße

Kaffee-Mythen

Die tägliche Kaffeetasse ist ein Stückchen Kult. Über 1000 verschiedene Substanzen enthält der braune Sud, vielleicht schmeckt er deshalb so wunderbar. Fest steht, er macht wach. Das Koffein blockiert Schaffördernde Botenstoffe. Zu den Märchen allerdings gehört die Annahme Kaffee sei ungesund. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Thomas Kurscheid, Ernährungsmediziner: "Die gesundheitsfördernde Wirkung des Kaffees liegt nicht so sehr am Koffein, sondern an den sekundären Schutzstoffen, an den sekundären Pflanzenstoffen, sagt man, das sind eben biochemisch aktive Substanzen, die unser Körper braucht, das sind Mineralien, das sind Vitamine." Wenn der Kaffee dennoch mal auf den Magen schlägt, hat das oft handfeste Gründe: eine schlechte Qualität der Bohnen oder eine aggressive Röstung. Je schonender und länger geröstet wird, desto weniger Säuren sind im Kaffee enthalten, die den Magen angreifen können. Wer mit Milch verdünnt, sorgt vor. Wahr ist, dass Kaffe fit hält. Allerdings gilt hier: nicht die Menge macht‘s, sondern die Verteilung. Wenn es insgesamt nicht mehr als 6 kleine Tassen auf den Tag verteilt sind, bleibt man konstant geistig fit. Mit einer Einschränkung: Thomas Kurscheid, Ernährungsmediziner: "Der Kaffee aktiviert zwei Stoffe im Körper: das eine ist das Dopamin, das bewirkt, dass wir uns besser konzentrieren können, das andere ist das Adrenalin, das kennen wir als Fluchthormon. Dabei können wir dann aber nicht mehr so komplizierte Aufgaben lösen, das ist der Nachteil." Noch ein Mythos: Kaffee entwässert den Körper. Stimmt nicht. Das Glas Wasser zum Espresso ist damit eine nette Geste, aber nicht wirklich notwendig. Für Vieltrinker zumindest. Thomas Kurscheid, Ernährungsmediziner: "Bei Leuten, die selten Kaffee trinken, dehydriert der Kaffee den Körper, das heißt, er entzieht im Wasser. Bei Leuten, die das ständig machen, die 3, 4 oder 5 Tassen Kaffee am Tag trinken, da steuert der Körper gegen, da sagt er: ich geb das Wasser nicht mehr her, es bleibt also im Körper." Und was ist mit der Behauptung Espresso sei stärker als normaler Kaffee? Auch falsch. Espresso ist nicht wirklich stärker, schmeckt aber so. Der Grund: ein hoher Anteil an gelösten Ölen fungiert als Geschmacksverstärker. Zum Vergleich: eine normale Tasse Kaffee hat genauso viel Koffein wie 2 Espressi. Kein Problem also sich abends noch einen zu gönnen - Koffein fördert in den ersten 15 Minuten sogar den Schlaf. Verpasst man den Zeitpunkt also nicht, ist eine erholsame Nacht garantiert.


Quelle: http://www.wissen.de/video/kaffee-mythen (Abruf am 29.06.2015)


Burnout bei Schülern Erschöpfte Gesellschaft, erschöpfte Kinder

Moderation: Klaus Pokatzky

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Philosophieren wie die Großen: Teilnehmer der "Kinderuni" an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
Teilnehmer der "Kinderuni" an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)

Übervolle Stundenpläne, dazu Nachhilfe, Sport, Musikschule – immer mehr Kinder haben Stress. Schlaf- und Essstörungen, Erschöpfung können die Folge sein. "Das Burnout ist bei den Kindern angekommen", sagt der Kinder- und Jugendpsyhiater Michael Schulte-Markwort.

Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des  Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, betrachtet die Entwicklung bei Schulkindern mit Sorge, denn immer mehr Kinder haben Stress im Alltag. Und immer mehr leiden an dieser Überlastung. "Das Burnout ist bei den Kindern angekommen", sagt Schulte-Markwort. Seine Beobachtung aus fast 30 Jahren ärztlicher Praxis:

"Kinder unterliegen denselben Anforderungen in einer durchökonomisierten Welt wie die Erwachsenen.  Wer nichts leistet, hat verloren – das lernen Kinder heute von klein auf. Als Jugendliche haben sie deshalb Angst, dass ihnen ohne gute Noten Arbeits- und Perspektivlosigkeit drohen. Ein Abitur schlechter als 1,5 – da sehen die Schüler ihre Träume davon schwimmen."

Der Mediziner, der auch die Abteilung für Psychosomatik im Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) leitet, hat seine Erfahrungen in einem Buch zusammengefasst: "Burnout Kids". Darin beschreibt er nicht nur beispielhaft die Krankheitsgeschichte seiner jungen Patienten, die Familien- und Schulsituation. Er stellt auch drängende Fragen:

"Was treibt die Jungen und Mädchen über die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit hinaus? Der falsche Ehrgeiz der Eltern? Die eigene Unfähigkeit, mit den Kräften zu haushalten? Die innere Zerrissenheit, sich im medialen Zeitalter überall optimal präsentieren zu müssen?"

Der Vater zweier Kinder möchte eine gesellschaftliche Debatte anstoßen:

"Was für Kinder möchten wir haben? Welche Werte wollen wir ihnen vermitteln? Welche Pädagogik soll unsere Kinder zu was für Menschen ausbilden? Wie sollen die Schulen aussehen, die unsere Kinder zufrieden und schlau ins Leben entlassen?"

Seine Mahnung:

"Eine erschöpfte Gesellschaft produziert erschöpfte Kinder. Und ein bislang im Kinder- und Jugendalter unbekanntes Krankheitsbild ist in der Kindheit angekommen; und ich meine, es verlangt Antworten von uns Erwachsenen."

Burnout – schon bei Kindern?

Darüber diskutiert Klaus Pokatzky heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit dem Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254  2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandradiokultur.de sowie über Facebook und Twitter.

Weitere Informationen über die Arbeit von Schulte-Markwort finden Sie auf der Website des Altonaer Kinderkrankenhauses.


Michael Schulte-Markwort:
Burnout-Kids – Wie das Prinzip Leistung unsere Kinder überfordert

Pattloch Verlag, München 2015
272 Seiten, 19,99 Euro

SWR2 Wissen: Aula Das Prinzip der Selbstachtung

Anleitung für die Arbeit an sich selbst

Von Franz Josef Wetz

Bedienung des Players für Screenreader:
  • Audio 'Das Prinzip der Selbstachtung' starten

 

Alle kennen das Gefühl: Irgendetwas stimmte jetzt gerade nicht, irgendwie bin ich soeben nicht korrekt behandelt worden und spüre den Drang aufzubegehren. Aber wie lässt sich dieses Bauchgefühl genauer fassen? Kann und muss man sich hier auf den schwierigen und philosophischen Begriff der Menschenwürde beziehen? Oder geht es auch ganz ohne metaphysischen Ballast? Franz Josef Wetz, Professor für Philosophie, zeigt, welche persönlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Selbstachtung sich entwickeln kann, und wodurch sie bedroht wird.

 

Franz Josef Wetz, geb. 1958, studierte Philosophie, Germanistik und Theologie 1989 Promotion im Fach Philosophie, 1992 Habilitation. Von 81 bis 93 war Wetz u. a. beschäftigt am Zentrum für Philosophie in Gießen als wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 1994 ist er Professor für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule im Schwäbisch-Gmünd.
Forschungsschwerpunkte:
Hermeneutik, Ethik, Kultur- und Naturphilosophie mit der Frage, welche Konsequenzen haben die modernen Naturwissenschaften für das Selbst- und Weltbild.

 

Bücher:
- Rebellion der Selbstachtung – Gegen Demütigung. Alibri. 2014.
- Endlichkeitsphilosophisches – Über das Altern. (mit Odo Marquard). Reclam. 2013.
- Lob der Untreue: Eine Unverschämtheit. Diederichs. 2011.


 

Leschs Kosmos am 23.03.2015

Wolf im Schafspelz?

Das Böse in uns

 

Unsere Gefühle haben sich im Laufe der Evolution entwickelt und in unserem genetischen Erbe verankert. Gerade Hass, Neid und Eifersucht sind in  gebändigter Form sogar wichtig als Ansporn für den Wettbewerb in unserer Gesellschaft und damit für unsere Erfolgsgeschichte. Doch wehe, man lässt diesen negativen Gefühlen freien Lauf – ungebremste Aggressionen, Mord und Totschlag können die Folge sein. 

 

Link: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2244990/Wolf-im-Schafspelz---Das-Boese-in-uns#/beitrag/video/2244990/Wolf-im-Schafspelz---Das-Boese-in-uns


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Leschs Kosmos am 23.03.2015 Wolf im Sch
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28:53 min | Heute | 8.30 Uhr | SWR2

Diagnose: Psychisch krank!

Warum wir zu Patienten gemacht werden | Jörg Blech

Immer mehr Menschen mit Alltagsproblemen werden als psychisch krank abgestempelt, und daran verdienen Mediziner und Pharmakonzerne gut.


Ansage:
Mit dem Thema: „Diagnose: Psychisch krank! Warum wir zu Patienten gemacht werden“.
Fühlen Sie sich ausgebrannt, kommen morgens kaum aus dem Bett und arbeiten lustlos?
Dann haben Sie Burnout und sollten eine Therapie machen. Ist Ihr Kind zappelig und unkonzentriert?
Dann hat es ADHS und muss medikamentös behandelt werden. Haben Sie Schlafstörungen und
Anfälle von Trauer und Melancholie? Dann sind Sie depressiv und gehören in eine Klinik.
Immer mehr Menschen mit Alltagsproblemen und Befindlichkeitsstörungen werden als psychisch
krank abgestempelt, und daran verdienen Mediziner und Pharmakonzerne gut.
Der Medizinjournalist Jörg Blech aus Berlin zeigt, wie und warum eine Seelenindustrie uns zu Patienten macht.


Audio: http://mp3-download.swr.de/swr2/aula/swr2aula-20150329-diagnose-psychisch-krank.12844s.mp3
Manuskript: http://www.swr.de/-/id=15088396/property=download/nid=660374/xoe8z1/swr2-wissen-20150329.pdf


So, 14.12.2014 | 8.30 Uhr - SWR2 Wissen: Aula

Immer schneller, immer oberflächlicher

Wie Muße, Achtsamkeit und Kreativität zusammenhängen

Von Joachim Bauer und Stefan Schmidt

Muße

Produktives Herumgammeln

Unsere Gesellschaft hat die Muße ins Abseits gedrängt, es bleibt kaum Zeit für Leerlauf, Langeweile, für die gemächliche Reflexion und das produktive Herumgammeln. Dabei ist Muße ein wichtiger Nährboden: Muße ist gleich Kreativität ist gleich Ideenreichtum ist gleich Achtsamkeit. Professor Joachim Bauer, Psychosomatiker an der Universitätsklinik Freiburg, erforscht zusammen mit dem Juniorprofessor Stefan Schmidt und anderen Kollegen in einem Sonderforschungsbereich Aspekte der Muße. Schmidt und Bauer erläutern in der SWR2 Aula das Prinzip der Achtsamkeit.

Joachim Bauer ist Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut. Für seine neurobiologischen Forschungen wurde er mit dem Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie ausgezeichnet. Seit Januar 2013 ist er Projektleiter des Sonderforschungsbereiches (SFB) zum Thema "Muße".

Stefan Schmidt studierte Psychologie in Konstanz und Freiburg und bildete sich zum Systemischen Familienberater und zum Systemischen Supervisor weiter. Er hat eine Juniorprofessor an der Universität Freiburg. Seit Januar 2013 leitet er zusammen mit Joachim Bauer das Projekt "Muße". Seine Arbeitsgebiete sind: Klinische Psychologie, Neurophysiologie, Integrative Medizin, Systemische Interventionen.

Literatur:
Joachim Bauer: Selbststeuerung – Die Wiederentdeckung des freien Willens. Blessing Verlag. Erscheint im April 2015.
Joachim Bauer: Arbeit – Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht. Blessing Verlag. 2013.
Stefan Schmidt: (Hrsg) Achtsamkeit – Ein buddhistisches Konzept erobert die Wissenschaft. (zus. mit Harald Walach). Verlag Huber. 2013.


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Artikel der Gehirn & Geist - Was die Psyche stark macht
Ein einfaches Rezept für eine stabile Gemütslage gibt es nicht.
Die wichtigsten Einflüsse auf das seelische Gleichgewicht präsentieren wir im fünften Teil unserer G&G­-Jubiläumsserie.
gug_2012_6_S18.pdf
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aus der ZEIT vom 20. April 2011 - No. 17 Lachforschung (auf Empfehlung von Benny)


Quarks & Co. - Spurwechsel

Wie aus einem Chirurgen ein Fernfahrer wurde

 

Er war ein „Gott in Weiß“, jahrelang Herr über Leben und Tod. Markus Studer hat als Herzchirurg an einer der renommiertesten Kliniken der Schweiz gearbeitet, hat in 10.000 geöffnete Brustkörbe hineingeschnitten, Herzen freigelegt, sie mit Klappen und Bypässen versehen. Er arbeitete in den USA, war Oberarzt an der Universitätsklinik in Zürich und schließlich leitender Partner des privaten Zürcher Herzzentrums Hirslanden. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere hat Studer einen radikalen Schnitt gewagt und sich einen 40-Tonner gekauft. Er ist jetzt: Lastwagenfahrer. Viele empfinden den Berufswechsel von Markus Studer eher als sozialen Abstieg. „Für mich war die Entscheidung leicht“, sagt Studer. Er wusste, dass er als Chirurg nicht mehr erreichen konnte, als er bereits erreicht hatte. Und da war dieser alte Traum im Kopf, der Studer nicht losließ: Mit einem LKW durch die Welt reisen, einen Brummi fahren, fremde Länder sehen und auf der Straße sein.

 

Video (Dauer: 2:42 min.)

 

Die ganze Sendung "Auf der Suche nach dem Glück"

Themen:

  • Wie aus einem Chirurgen ein Fernfahrer wurde
  • Immer auf Achse
  • Macht Geld glücklich?
  • Wie Glück im Körper wirkt
  • Kopf oder Bauch - richtig entscheiden!
  • Die Stärken stärken

Video (Dauer: ca. 45 min.)